Unity Faith and Order - Dialogues - Anglican Lutheran

Anglican Lutheran International Commission

Kommuniqué Internationale anglikanisch-lutherische Kommission Moshi, Tansania, 13.-19. Januar 2006

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Die dritte Internationale anglikanisch-lutherische Kommission (ALIC) trat vom 13. bis 19. Januar 2006 im Lutheran Uhuru Hostel in Moshi, Tansania, zu ihrer ersten Tagung zusammen. Den Vorsitz hatten Fred Hiltz, anglikanischer Bischof von Nova Scotia und der Prinz-Edward-Insel sowie Pfr. Dr. Thomas Nyiwe, Präsident der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kameruns.

Die Kommission wurde vom Anglikanischen Konsultativrat und dem Lutherischen Weltbund eingerichtet, um den seit 1970 bestehenden weltweiten Dialog zwischen AnglikanerInnen und LutheranerInnen fortzusetzen. Die ALIC will auf der Arbeit aufbauen, die dargelegt wurde im Niagara-Bericht (1987), mit seinen Schwerpunkten bei der Mission der Kirche und dem ordinierten Amt, sowie in den Dokumenten „Der Diakonat als ökumenische Chance“ und jüngst „Wachsende Gemeinschaft“, dem Bericht der Internationalen anglikanisch-lutherischen Arbeitsgruppe, der sich mit den weit reichenden regionalen Übereinkünften befasst, die die Grundlage enger Beziehungen zwischen anglikanischen und lutherischen Kirchen in verschiedenen Regionen der Welt sind.[1]

Die ALIC arbeitete die zentralen Themenbereiche heraus, mit denen sie sich zu befassen haben wird, damit die anglikanisch-lutherischen Beziehungen in aller Welt sich weiterentwickeln können, etwa den Platz des historischen Episkopats innerhalb der Apostolizität der Kirche, Leben und Arbeit im Dienst des Evangeliums sowie theologische Bildung und Ausbildung. Weiterhin wird sich die Kommission eingehend mit regionalen und kontextuellen Aspekten der anglikanisch-lutherischen Beziehungen sowie mit der Frage auseinandersetzen, wie regionale Übereinkommen gefördert und Hilfestellung beim Aufbau von Beziehungen geleistet werden können.

Die Kommission begrüsste die Anwesenheit beider Vorsitzender der Gesamtafrikanischen anglikanisch-lutherischen Kommission (AAALC) bei ihrer Tagung. Auf der Grundlage der Informationen, die die ALIC über das Wesen der Zusammenarbeit zwischen AnglikanerInnen und LutheranerInnen in Afrika erhalten hat, ermutigt sie die AAALC, baldmöglichst zur nächsten Sitzung zusammenzutreten. Beide Kirchengemeinschaften haben die volle sichtbare Einheit als letztgültiges Ziel der ökumenischen Anstrengungen formuliert, die Zeit scheint reif für einen realistischen ersten Schritt der AnglikanerInnen und LutheranerInnen überall in Afrika in diese Richtung. Die ALIC bietet für diese Aufgabe ihre Unterstützung an.

Gastgeber der Tagung war der Lutherische Weltbund (LWB) in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania. Begrüsst wurde die Kommission von Pfr. Fredrick Shoo, dem Assistenten des lutherischen Bischofs von Moshi. Am Sonntag, 15. Januar, feierte sie mit der Gemeinde der lutherischen Kathedrale den Gottesdienst. Die ALIC besuchte auch die anglikanische Kathedrale in Arusha, wo sie Simon Makundi, anglikanischer Bischof des Kilimandscharo, mit seinem Team begrüsste. Die Kommission dankt dem Management und den MitarbeiterInnen des Uhuru Hostel, den Mitgliedern der anglikanischen Kilimandscharo-Diözese und insbesondere den Mitgliedern der lutherischen Gemeinde an der Kathedrale Moshi für deren freundlichen Empfang und die Gastfreundschaft während der Tagung.

Die Kommission plant, im nächsten Jahr in Niagara Falls, Kanada, zusammenzutreten. Sie dankt Gott für alle Fortschritte im Blick auf den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen AnglikanerInnen und LutheranerInnen und ruft alle ChristInnen zur Fürbitte für ihre Arbeit auf, die einen Beitrag zum Streben nach der vollen sichtbaren Einheit der Kirche leisten will, wie sie Gottes Willen für sein Volk entspricht.

In Moshi waren anwesend:

AnglikanerInnen
Bischof Fred Hiltz, Anglikanische Kirche von Kanada (Vorsitz)
Pfr. Dr. Charlotte Methuen, Kirche von England
Bischof Musonda T S Mwamba, Anglikanische Kirche von Zentralafrika
Bischof Prof. William H. Petersen, Episkopalkirche (USA)
Ven. Dr. Cathy Thomson, Anglikanische Kirche von Australien
Pfr. Canon Gregory K Cameron, Büro der Anglikanischen Kirchengemeinschaft (Sekretär)

In beratender Funktion
Pfr. Canon Dr. Alyson Barnett-Cowan, Anglikanische Kirche von Kanada
Pfr. Dr. Günther Esser, Utrechter Union der altkatholischen Kirchen

Gäste:
Bischof Dr. Sebastian Bakare, anglikanischer Vorsitzender der Gesamtafrikanischen anglikanisch-lutherischen Kommission
Bischof Dr. David Tustin, ehemaliger anglikanischer Vorsitzender der Internationalen. anglikanisch-lutherischen Arbeitsgruppe

LutheranerInnen
Pfr. Dr. Thomas Nyiwe, Kamerun (Vorsitz)
Prof. Dr. Kirsten Busch Nielsen, Dänemark
Pfr. Dr. Cameron R Harder, Kanada
Landesbischof Jürgen Johannesdotter, Deutschland (für Pfr. Dr. Hartmut Hövelmann)
Pfr. Dr. Päïvi Jussila, Finnland (für Pfr. Helene Tärneberg Steed, Schweden)
Pfr. Sven Oppegaard, Lutherischer Weltbund (Sekretär)

In beratender Funktion
Prof. Dr. Kenneth G Appold, Institut für ökumenische Forschung, Strassburg, Frankreich
Pfr. Thomas Bruch, Lutherischer Rat Grossbritanniens

Gäste:
Pfr. N. P. Phaswana, lutherischer Vorsitzender der Gesamtafrikanischen anglikanisch-lutherischen Kommission

Sybille Graumann (LWB) und Pfr. Terrie Robinson (Büro der Anglikanischen Kirchengemeinschaft) begleiteten die Tagung im administrativen Bereich.

[1] Zu nennen sind hier die Meissener gemeinsame Feststellung (1988) der Kirche von England und der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Porvooer gemeinsame Feststellung (1996) der britischen und irischen anglikanischen Kirchen sowie der Mehrheit der nordischen und baltischen lutherischen Kirchen, Die gemeinsame Erklärung von Reuilly (1999) der britischen und irischen anglikanischen Kirchen sowie der französischen reformierten und lutherischen Kirchen, das Dokument „Zur gemeinsamen Mission berufen“ der Episkopalkirche (USA) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika, die Erklärung von Waterloo der Anglikanischen Kirche von Kanada und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kanada sowie schließlich das Dokument „Gemeinsame Grundlagen“ der Anglikanischen Kirche von Australien und der Lutherischen Kirche Australiens.